Blandine - Work in Progress

Die französische Malerin Blandine Solange (Patricia Boulay) lebt in Frankfurt/Main. Sie spricht Männer auf der Straße an, nimmt sie mit nach hause und porträtiert sie. Jede Aktzeichnung, jedes Gemälde erzählt eine neue Geschichte zwischen Malerin und Modell. Während Blandine malt, verführt sie gleichzeitig. Sie zieht den Männern Seitenstrümpfe und High Heels an, bindet ihnen Schlipse um und malt ihre Fingernägel und die Brustwarzen rot. Die Bilder sprühen von Sexualität und Inspiration, von zarten Farben und gleichzeitig von Horror und Schrecken. Die Bilder verstören, keine Galerie will ihre Bilder ausstellen. Blandines bricht zusammen. Ihr Leben ist von Depression, von falschen Versprechen und von Armut, gezeichnet. 
Die Briefe ("Briefe an M.", Ffm 2004), die Blandine an eine Freundin schreibt sind ein weiteres wichtiges Element im Film. Sie sprechen von der Kunst, dem Glück beim Malen, dem Festhalten an ihrer großen Liebe und dem Scheitern. Die intimen Dokumente sind der zweite Schlüssel zu Blandines Seele. Sie sollen als Voice Over gesprochen werden.

Zitat aus:"Briefe an M." von Patricia Boulay
"... in Netzstrümpfen und Strumpfbändern, Größe 44. In der Tat hat es nur zwei Sitzungen mit ihm gegeben: zweimal zwei Stunden so etwas wie Glück. Dass er einen Steifen bekam, hatte sehr wenig mit mir zu tun, ich erlaubte ihm nur, seinen Phantasien Ausdruck zu verleihen, er ließ mich ihn beobachten und zeichnen. Er hat mich um Musik gebeten, ich habe bei Jane Birkin – „Lolita“ und anderem – mitgesummt. Als ich ihm die Fingernägel lackierte und die Lippen knallrot angemalt habe – das Ergebnis inmitten eines schwarzen Bartes was psychedelisch – habe ich mich ... in meine Kindheit zurückversetzt gefühlt. UNSCHULDIG. Wie damals, als ich mit fünf Jahren den nackten kleinen Jungen von gegenüber beobachtete.“
Mai 1996  

Das geplante Filmprojekt ist eine Liebeserklärung an eine ungewöhnliche Künstlerin, ihre provokative Kunst und die Briefe, die mich sehr berühren.
Zur Zeit spreche ich mit Produzent*innen und stelle ein Filmteam zusammen.

Blandine Solange - Patricia Boulay

links: Zeichnungen (Ausschnitt)
und Gemälde von Patricia Boulay
© Thomas Wiederspahn